Wie ein deutscher Stoßdämpfer Hersteller in China betrogen wurde
Die chinesische Wirtschaft boomt, als Absatzmarkt sowie als Produktionsstandort wird das Reich der Mitte für deutsche Firmen immer wichtiger. Ein Problem muss allerdings erst noch gelöst werden: Das des Urheberschutzes. Ein Stoßdämpfer Hersteller aus dem Badischen hat da besonders schlechte Erfahrungen gemacht.
Nachdem eine chinesische Delegation die Stoßdämpfer Produktionsstätte in Deutschland besichtigt hatte, kam man überein, dass die Firma auch eine Fabrik in China bauen sollte. Am Anfang ließ sich auch alles gut an; den deutschen Stoßdämpfer Produzenten wurde in China Tor und Tür geöffnet, die Behörden erwiesen sich als äußert kooperativ, die neue Fabrik war in Windeseile aus dem Boden gestampft. Die Fertigung der Stoßdämpfer begann – und damit auch die Probleme.
Denn es dauerte nicht lange, weniger als ein Jahr, um genau zu sein, da tauchten fast genau die gleichen Stoßdämpfer in einer Produktionsreihe von Lastwagen auf, die in China gefertigt wurden. Natürlich beschritt die deutsche Firma sofort den Klageweg – um zu erfahren, dass die Justiz in China immer noch alles andere als unabhängig ist.
Zunächst sollte die Klage erst gar nicht zugelassen werden, mit dem Argument, die Stoßdämpfer der chinesischen Lastwagen und die von der deutschen Firma hergestellten Stoßdämpfer seien überhaupt nicht miteinander zu vergleichen – als ob Juristen über das technische Wissen verfügen würden, um so etwas beurteilen zu können. Erst nach längeren Interventionen der deutschen Botschaft kam es dann doch zum Prozess, mit dem – vorhersehbaren – Ergebnis, dass die chinesischen Stoßdämpfer und ihre deutschen Pendants nichts miteinander gemeinsam hätten. Der badische Stoßdämpfer Hersteller erwägt jetzt, ein höheres Gericht anzurufen – doch seine Chancen stehen nicht besonders gut.